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Dach prüfen ohne Gerüst, was die Drohne zeigt und was nicht

Sturmschaden, Kaufentscheidung, undichte Stelle. Wann sich der Blick von oben lohnt, was auf den Bildern erkennbar ist, wann Thermografie hilft und was eine Befliegung ausdrücklich nicht ersetzt.

Darstellung einer Kirche als Punktwolke mit gemessener Dachfläche, Turmhöhe und Länge

Ein Gerüst aufzustellen, nur um nachzusehen, ob das Dach in Ordnung ist, steht in keinem Verhältnis. Und ein Dachdecker, der auf die Leiter steigt, sieht auch nur den Teil, an dem die Leiter steht. Die Drohne löst dieses Missverhältnis. Sie liefert in kurzer Zeit einen Blick auf die ganze Fläche, ohne dass jemand hinaufmuss.

Was sie nicht kann, gehört allerdings in denselben Absatz. Dieser Beitrag sagt beides.

Wann sich der Blick von oben lohnt

  • Nach einem Sturm. Die Versicherung will wissen, was wann kaputtging. Aufnahmen mit Datum, aus mehreren Richtungen, mit erkennbaren Einzelheiten sind dafür brauchbarer als eine Schätzung vom Boden.
  • Vor einem Kauf. Ein Dach ist einer der teuersten Posten an einem Gebäude. Wer vor der Unterschrift weiß, ob die Eindeckung noch zehn Jahre hält oder nächstes Jahr fällig ist, verhandelt anders.
  • Bei der Suche nach einer undichten Stelle. Wasser läuft, bevor es tropft. Wo es eintritt, liegt selten dort, wo es innen ankommt.
  • In der regelmäßigen Kontrolle. Verwalter und Eigentümer größerer Objekte lassen turnusmäßig prüfen. Die Aufnahmen von diesem Jahr neben denen vom letzten zeigen, was sich verändert hat.
  • Bei schwer zugänglichen Flächen. Steildächer, Hallendächer, Anbauten über Nachbargrundstücken.

Was auf den Bildern zu erkennen ist

Eine heutige Kamera liefert genug Auflösung, um einzelne Ziegel zu unterscheiden. Dadurch wird Folgendes sichtbar.

  • verschobene, gerissene oder fehlende Ziegel und Platten
  • Schäden an First, Graten und Kehlen
  • Zustand von Blechanschlüssen, Kaminköpfen und Dachfenstern
  • verstopfte oder abgerissene Rinnen
  • Moos- und Algenbewuchs, stehendes Wasser auf Flachdächern
  • Schäden an Aufbauten wie Lüftern, Lichtkuppeln und Photovoltaik

Was Thermografie zusätzlich zeigt und wann sie nichts bringt

Eine Wärmebildkamera zeigt Temperaturunterschiede, nicht Feuchtigkeit. Der Zusammenhang ist indirekt. Nasse Dämmung speichert Wärme anders als trockene, und das wird nach Sonneneinstrahlung sichtbar, wenn die Fläche auskühlt.

Darstellung im Wärmebild. Die helle Stelle am Dach ist ein Hinweis, wo genauer hingesehen werden muss, noch kein Befund.
Darstellung im Wärmebild. Die helle Stelle am Dach ist ein Hinweis, wo genauer hingesehen werden muss, noch kein Befund.

Daraus folgen zwei Dinge, die man vorher wissen sollte.

  • Die Bedingungen entscheiden. Ohne ausreichenden Temperaturunterschied zwischen innen und außen oder ohne vorherige Einstrahlung sieht man wenig bis nichts. Ein Termin im nasskalten Nieselregen ist verschenktes Geld, und ein seriöser Pilot wird das sagen, statt zu fliegen.
  • Ein Wärmebild ist ein Hinweis, kein Befund. Es zeigt, wo genauer hingesehen werden muss. Ob dort wirklich Wasser steht, klärt eine Messung von Hand oder eine Öffnung.

Was die Drohne nicht ersetzt

Hier liegt das häufigste Missverständnis. Eine Befliegung ersetzt drei Dinge nicht.

  • Das Betreten. Ob ein Ziegel nur lose aufliegt oder festsitzt, ob die Unterspannbahn brüchig ist, wie es unter der Eindeckung aussieht, das sieht man von oben nicht.
  • Die Beurteilung durch einen Fachmann. Aufnahmen zeigen den Zustand. Was daraus folgt und was es kostet, sagt Ihnen ein Dachdecker oder ein Sachverständiger.
  • Ein Gutachten. Wenn Sie ein Dokument für ein Gericht oder eine Auseinandersetzung mit der Versicherung brauchen, klären Sie vorher, wer es erstellt und mit welcher Qualifikation. Bilder allein sind kein Gutachten.

Der übliche und sinnvolle Weg ist deshalb erst die Befliegung und dann die gezielte Begehung dort, wo die Bilder etwas zeigen. Das spart den größten Teil der Arbeit auf dem Dach, nicht die ganze.

Was Sie vorbereiten sollten

  • Zugang klären. Der Pilot braucht einen sicheren Startplatz mit Sicht auf das Objekt. Bei Innenhöfen oder engen Grundstücken lohnt der Hinweis vorab.
  • Nachbarn im Blick. Wenn die Flugbahn über fremde Grundstücke führt oder Nachbarhäuser im Bild wären, sagen Sie es dazu. Was dabei zu beachten ist, steht in unserem Beitrag zum Datenschutz.
  • Sagen, was Sie vermuten. „Es tropft über dem Wohnzimmer an der Nordseite“ führt zu anderen Aufnahmen als „bitte einmal das Dach fotografieren“.
  • An den Innenraum denken. Bei der Suche nach einer undichten Stelle helfen Fotos der Schadstelle von innen. Sie grenzen den Bereich ein, den es von oben genau anzusehen gilt.

Was PilotFinder dabei tut

Wir schreiben Ihren Auftrag an Piloten aus, deren Qualifikation für dieses Einsatzfeld belegt ist. Bei Thermografie gehört dazu nicht nur eine Wärmebildkamera, sondern ein Nachweis, dass mit ihr auch ausgewertet werden kann. Beim Setzen des Standorts sehen Sie außerdem die geografischen Gebiete, die dort hinterlegt sind.

Wir beurteilen die Aufnahmen nicht, holen keine Erlaubnisse ein und sagen Ihnen nicht, ob Ihr Dach saniert werden muss. Der Vertrag über die Leistung kommt zwischen Ihnen und dem Piloten zustande.

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